|
FCI-Standard Nr. 341 / 30. 1. 2004 / D |
|
|
Brasilianischer Terrier (Terrier Brasileiro) |
|
|
Übersetzung |
Ursula Santos, Dr. J.-M. Paschoud und Harry G.A. Hinckeldeyn |
|
Ursprung |
Brasilien |
|
Datum der Publikation des gültigen Originalstandards |
29. 10. 2003 |
|
Verwendung |
Kleiner Jagdhund für Niederwild, Wach- und Gesellschaftshund |
|
Klassifikation FCI |
Gruppe 3 Terrier Sektion 1 Hochläufige Terrier Ohne Arbeitsprüfung |
|
Kurzer geschichtlicher Überblick |
Die Vorfahren des Brasilianischen Terriers stammen nicht aus Brasilien. Am Ende des letzten und am Anfang dieses Jahrhunderts studierten viele junge Brasilianer an europäischen Universitäten, hauptsächlich in Frankreich und in England. Oft kehrten diese jungen Leute verheiratet nach Hause zurück und ihre Frauen brachten verschiedentlich einen kleinen terrierartigen Hund mit. Nach ihrer Rückkehr weilten die jungen Eheleute mit ihren Familien auf ihren Landgütern. Der kleine Hund gewähnte sich an das Leben auf dem Lande und vermischte sich dort mit einheimischen Rüden und Hündinnen. So entstand ein verschieden aussehender Hund, dessen Phenotyp sich in wenigen Generationen festlegte. Mit der Entwicklung der großen Städte wurden die Großgrundbesitzer, ihre Angestellten und ihre Familien von den großen Zentren angezogen. So mußte der kleine Hund noch einmal einen Wechsel seiner Lebensumstände über sich ergehen lassen. |
|
Allgemeines Erscheinungsbild |
Mittelgroßer, schlanker, harmonisch gebauter Hund von gutem, aber nicht zu schwerem Körperbau; das Gebäude ist quadratisch mit gerundeten Außenlinien, was ihn vom glatthaarigen Fox-Terrier unterscheidet, dessen Außenlinien eckig sind. |
|
Verhalten / Charakter (Wesen) |
Immer in Bewegung, lebhaft, aktiv, aufgeweckt; freundlich und zutraulich gegenüber Bekannten. |
|
Kopf |
Von oben gesehen ist der Kopf dreieckförmig, breit an seiner Basis, mit weit auseinander stehenden Ohren, von den Augen an sich bis zur Nasenspitze beträchtlich verjüngend. Im Profil steigt die obere Begrenzungslinie des Fangs von der Nasenspitze zum Stop hin leicht an; zwischen den Augen steigt sie dann schroff an und erreicht darauf in sanfter Wölbung das Hinterhauptbein. |
|
Oberkopf |
Der Schädel ist gewölbt mit leicht abgeflachter Stirne. Von oben gesehen konvergieren die Seiten gegen die Augen zu. Der Abstand vom äußeren Augenwinkel zum Ohr entspricht dem Abstand beider äußerer Augenwinkel. Stirnfurche gut entwickelt. |
|
Stop |
Gut ausgeprägt. |
|
Gesichtsschädel |
|
|
Nasenschwamm |
Mäßig entwickelt, von dunkler Farbe, mit gut geöffneten Nasenlöchern |
|
Fang |
Von oben gesehen bildet der Abstand beider äußerer Augenwinkel mit der Nasenspitze ein gleichseitiges Dreieck. Kräftig, unterhalb der Augen gut modelliert, mit einer Neigung am Ansatz des Fangs, welche den Stop betont. |
|
Lefzen |
Trocken, gut anliegend, die Oberlippe genau über der Unterlippe die Zähne bedeckend, was einen vollständigen Mundschluß gewährt. |
|
Zähne |
42 regelmäßig eingesetzte gut entwickelte Zähne; Scherengebiß. |
|
Backen |
Trocken, gut entwickelt. |
|
Augen |
Im mittleren Abstand zwischen Nasenspitze und Hinterhauptbeinhöcker eingesetzt, gut auseinanderliegend; der Abstand zwischen beiden äußeren Augenwinkeln entspricht dem Abstand vom äußeren Augenwinkel zur Nasenspitze. Der Blick ist nach vorn gerichtet. Die Augen sind groß, leicht vorstehend mit mäßig stark gezeichneten Augenbrauen. Rundlich, offen, mit lebhaftem und aufgewecktem Ausdruck. Farbe so dunkel wie möglich. Bei der blauen Varietät sind die Augen blau-grau, bei der rotbraunen Varietät braun, grün oder blau. |
|
Ohren |
In Höhe der Augenlinie seitlich angesetzt, liegen sie weit auseinander und bieten gut Platz für den Schädel. Dreieckförmig, in einer Spitze endend. Halbaufgerichtet getragen, die gefaltete Spitze gegen den äußeren Augenwinkel fallend. Die Ohren werden nicht kupiert. |
|
hals |
Von mäßiger Länge, in gutem Verhältnis zum Kopf, harmonisch an Nacken und Rumpf angesetzt. Trocken, sauber gezeichnet, leicht gewölbt. |
|
Körper |
Harmonisch, nicht zu schwer, quadratisch mit gerundeten Außenlinien. |
|
Widerrist |
Gut vorstehend, in harmonischem Verhältnis zur Vorderhand. |
|
Oberlinie |
Fest und gerade, zur Kruppe hin leicht abfallend. |
|
Rücken |
Relativ kurz und muskulös. |
|
Lendengegend |
Kurz und stramm, harmonischer Übergang zur Kruppe. |
|
Kruppe |
Leicht abfallend mit tief angesetzter Rute. Gut entwickelt und muskulös. |
|
Vorbrust |
Nur wenig ausgesprochen und mäßig lang, um den Vorderarmen freie Bewegung zu gestatten. |
|
Brust |
Breit und tief, bis zu den Ellenbogen reichend. Das Brustbein ist lang, die Rippen gut gewölbt und von ovaler Form. Wegen seiner horizontalen Lage ist das Brustbein nur mäßig aufgezogen. |
|
Unterlinie und Bauch |
In leichter Kurve nach hinten aufgezogen, aber nicht windhundartig. |
|
Rute |
Kann angeboren kurz oder lang sein und als solche belassen werden, soll aber nicht bis unter das Sprunggelenk reichen. Im Ursprungsland ist es üblich, die lange Rute zu kupieren. Tief angesetzt, kurz, am Gelenk zwischen dem zweiten und dem dritten Schwanzwirbel gekürzt. Natürliche Rute: Kurz, reicht nicht bis zum Sprunggelenk; tief angesetzt, von guter Stärke; aufrecht getragen, nicht über dem Rücken gerollt. |
|
Gliedmaßen |
|
|
Vorderhand |
Von vorne besehen gerade; Läufe mäßig auseinander, in einer Linie mit der Hinterhand, welche ebenfalls gerade, aber breiter auseinander steht. |
|
Schultern |
Lang, einen Winkel von 110-120° bildend. |
|
Arm |
Ungefähr gleich lang wie das Schulterblatt. |
|
Ellenbogen |
Dicht am Körper anliegend, auf gleicher Höhe wie die Unterlinie der Brust. |
|
Unterarm |
Gerade, dünn und trocken. |
|
Vorderfußwurzelgelenk |
Bildet einen offenen Winkel. |
|
Vorderfußwurzel |
Gerade, dünn. |
|
Vorderpfoten |
Die eng aneinander liegenden Zehen sind weder nach außen noch nach innen gedreht; Hasenpfote, die zwei mittleren Zehen sind länger als die anderen. |
|
Hinterhand |
Sehr gut bemuskelt, Oberschenkel kräftig, Extremität in gutem Verhältnis zum Oberschenkel; das hoch angesetzte Sprunggelenk bildet einen offenen Winkel. |
|
Oberschenkel |
Gut entwickelt und muskulös. |
|
Knie |
Bildet einen offenen Winkel. |
|
Unterschenkel |
In gutem Größenverhältnis zum Oberschenkel. |
|
Sprunggelenk |
Hoch angesetzt, einen offenen Winkel bildend. |
|
Hintermittelfuß |
Gerade. |
|
Hinterpfoten |
Länger als die Vorderpfoten, Zehen eng aneinanderliegend. |
|
Gangwerk |
Bewegung elegant und frei, kurze und rasche Schritte. |
|
Haut |
Am Körper gut anliegend, nicht lose, trocken. |
|
Haarkleid |
|
|
Beschaffenheit des Haars |
Kurz, glatt, fein, aber nicht weich, gut anliegend, wie Rattenhaar. Durch das Fell darf die Haut nicht sichtbar sein. Behaarung feiner auf dem Kopf, an den Ohren, an der Unterseite des Halses, unten und innen an den Vorderläufen und am hinteren Rand der Oberschenkel. |
|
Farbe des Haars |
Grundfarbe weiß mit schwarzen, rotbraunen oder blauen Abzeichen. Folgende typische und charakteristische Abzeichen müssen immer vorhanden sein: dunkelroter Brand über den Augen, beidseitig am Fang, innen am Ohr und am Ohransatz. Dieser dunkle Brand kann auch an anderen Stellen des Körpers am Rande der Abzeichen vorkommen. Der Kopf muß immer schwarze, rotbraune oder blaue Flecken in der Stirngegend und auf den Ohren aufweisen; eine weiße, bandförmige Blesse und mgölichst harmoisch verteilte weiße Flecken dürfen in der Gegend der Stirnfurche und seitlich am Fang vorkommen. |
|
Größe und Gewicht |
Widerristhöhe für Rüden von 35 bis 40 cm Widerristhöhe für Hündinnen von 33 bis 39 cm. Gewicht: maximal 10 kg. |
|
Fehler |
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muß als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte. Gebäudefehler Stellung der Läufe nicht senkrecht Langes oder atypisches Haar Uncharakteristische Abzeichen Vollständiges Stehohr Schultern zu schwer oder zu lose |
|
Ausschließende Fehler |
Aggressivität oder Angstlichkeit Kruppe nicht leicht abfallend Vorbiß und Rückbiß Mangel an Harmonie, Struktur und Gebäude atypisch |
|
Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltesnstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden. |
|
|
N.B. |
Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, welche sich vollständig im Hodensack befinden. |
|
Dieser geänderte Standard wird ab April 2004 in Kraft treten. |
|
zurück